Zeitgeschehen

Bedingungsloses Grundeinkommen

Hier eine sehr gute 11-teilige Doku zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen".

Hätte die SPD seinerzeit daran gedacht, anstatt die Agenda 2010 auf den Weg zu bringen, es würde ihr heute besser gehen ... ;-) Und nicht nur ihr ...

Bedingungsloses Grundeinkommen 1/11

Trailer:

Wetter

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Das Wetter in Deutschland ist dermaßen schlecht,
daß man glauben könnte, es würde von Politikern gemacht.

© Ulrich P. Hinz

Der Westfälische Frieden danach

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Der sonnige Tag lag kitschig über der Stadt, wie in einer schlechten Inszenierung. 1648 war hier der Dreißigjährige Krieg beendet worden. Aber das ist bloß der offizielle Teil. Dieses übliche wir-haben-uns-alle-so-lieb-blah-blah. In Wahrheit herrscht Krieg auf diesen Straßen. Besser gesagt, in diesen Straßen. Noch exakter, in den Kaufläden dieser Stadt. Die Münstersche Kaufmannschaft ist berühmt für ihren durch und durch Westfälischen Charakter. Man sagt, mit einem Westfalen muß man mindestens einen Sack Salz und eine Falsche Korn verputzen, damit dieser Menschenschlag gelegentlich einmal lächelt. Oder so ähnlich. Natürlich handelt es sich hierbei um ein primitives, unreflektiertes Vorurteil. Und wie bei jedem Typus Mensch, gibt es auch hier solche und solche.

Herbert Gehring, ein Einheimischer, lustwandelte an jenem sonnigen Tag durch eben jene Westfälische Stadt. Seine Laune war zufriedenstellend, auch wenn sein Lächeln alles andere als chronisch wirkte. Womit wir beim Punkt wären. Von chronisch blenden wir über zu Chronos. Gott der Zeit. Und genau darum ging es Gehring. Um die Zeit. Die Zeit, die an seinem linken Handgelenk in Form einer nagelneuen Uhr den Status der Ablesbarkeit vorgaukelte. Ebay sei Dank. Dort war dieses Wunderwerk der Mechanik von ihm für stolze 120 Euro ersteigert worden. Eine Markenuhr der Firma Elysee.

Durch diese Form des Internetkaufs umgeht man zwar den direkten Umgang mit zuvorkommenden Verkäufern, allerdings können dabei gelegentlich Fragen auf der Strecke bleiben. Bohrende Fragen. Fragen, die einen nicht mehr schlafen lassen. Natürlich könnte man diese Fragen via E-Mail an entsprechenden Ebay-Händler richten, das wäre jedenfalls das Naheliegendste. Aber Herbert Gehring war kein Mensch des Naheliegenden. Und so trieb ihn eine dieser Fragen in die Stadt. Denn nun war die Münstersche Kaufmannschaft gefragt, hier insbesondere die Innung der Uhrmacher. Man hatte Gehring zugetragen, daß einer eben jener Uhrmacher Uhren der Firma Elysee vertrieb. Und so stand er bewundernd vor dem Schaufenster des Richard Urdal und erfreute sich an der Auslage. Vor allem freute er sich an den Preisen, die ihm offenbarten, daß er ein wirkliches Schnäppchen geschossen hatte.

Guter Dinge betrat Gehring den Laden. Er war der einzige Kunde. Die Türglocke klang wie Musik in seinen Ohren. Ein paar Sekunden später hörte er jemanden eine Treppe hochkommen. Ein paar weitere Sekunden später kam dieser jemand auf ihn zu. Vielleicht Mitte 50. Grauweiße Haare, nicht sehr groß, starrer Blick. Er nickte. Die menschliche Sprache ist bei den Westfalen zwar durchaus eine bekannte Errungenschaft der Evolution, die sich insbesondere für die Kommunikation zweier aufeinander treffender Individuen gleicher Spezies als überaus nützlich herausgestellt hat, jedoch wartet der Westfale, hier insbesondere der Kaufmann, im Allgemeinen erst einmal ab, bevor er dann wohldosiert, mit einer Exaktheit und Dichte, die geradezu an die Perfektion alter Meister erinnern läßt, seine Stimme erhebt. Man könnte also sagen, dieser Menschenschlag in der Kombination aus Westfale und Kaufmann läßt sich durchaus zu den Dichtern zählen. Wenn auch in einem sehr entfernten Sinne. Aber in der Dichtung geht es ja schließlich um das „Verdichten“.

„Guten Tag. Ich habe gesehen, daß Sie unter anderem auch Elysee-Uhren im Schaufenster haben. Und, ähm, ich habe neulich eine Elysee erstanden.“ Gehring schnallte die Uhr ab und reichte sie dem Meister. Der betrachtete und drehte das Rädchen, das zum Aufziehen und Stellen der Uhr gedacht ist. Wobei das mit dem Aufziehen normalerweise überflüssig ist, da es sich bei diesem Modell um eine Automatik handelt. Sie zieht sich selbst auf, durch die Bewegungen des Trägers. Eine Tatsachse, die Gehring überaus faszinierend fand, da er so mit seiner Uhr in gewisser Weise eine Symbiose eingeht. Die Uhr lebt durch ihn, bzw. dadurch, daß er sich bewegt. Aber was anders ist das Leben schon, als bloße Bewegung? Westfälisch gesprochen.
„Ja, und wie sie sehen, ist dort im Gehäuse ein Knopf eingelassen, von dem ich nicht weiß, wofür er da ist. Und da hab ich gedacht, daß Sie als Elysee-Händler mir das vielleicht erklären könnten?"
Der Blick des Meisters löste sich langsam von der Uhr. Er musterte Gehring. Starrer Blick.
„Haben Sie keine Bedienungsanleitung?“
„Äh, nein ...“
„Ist die Uhr von mir?“
„Nein, die habe ich bei Ebay ersteigert.“ Der Blick des Meisters blieb starr. Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Drei Sekunden. Viele Sekunden. Tick, tack, tick, tack. Schließlich gab er Gehring die Uhr zurück.
„Dann sollten Sie besser Herrn Ebay fragen!“
Gehring schaute, schaute diesem erhabenen Meister in sein versteinertes, erhabenes Gesicht, die Uhr in der linken Hand. Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Drei Sekunden. Viele Sekunden. Tick, tack, tick, tack ...
“Ja, Herr Ebay wird Ihnen das sicherlich erklären.“ Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Drei Sekunden. Tick, tack, tick, tack ... Gehring starrte, starrte in dieses heldenhafte, westfälische Gesicht. Viele Sekunden ...
Dann schnallte er sich die Uhr wieder um. Langsam. Ganz langsam. Er drehte sich in Richtung Ausgang. Tat drei Schritte und blickte dann noch einmal zurück. Da stand er, dieser Westfälische Held unverändert. Solche Helden waren es, die selbst die Römer seinerzeit vernichtend schlugen.
„Ich bin für meine Kunden da! Ausschließlich für meine Kunden ...“
Gehring nickte, ohne es zu merken. Der Meister verschwand hinter seiner Treppe, und die Türglocke klang wie ein böses Lachen.


© Ulrich P. Hinz

Mail an die Grünen

Ich habe mich seinerzeit mal mit den Gr?nen in M?nster in Verbindung gesetzt, da hier in unserem Viertel, welches bis dahin mit vielen B?umen versehen war, diesen B?umen zunehmend die Motors?ge angelegt wurde. Heute wurde ich abermals durch diese Motors?gen aus dem Schlaf gerissen. Darauf schrieb ich eine abschlie?ende Mail an die Gr?nen. Dies Mail m?chte ich Euch nicht vorenthalten. :-)

Sehr geehrte Damen und Herren,

nun kann ich nicht mehr behaupten, ich w?rde Sie w?hlen, denn zum ersten mal, seitdem ich wahlberechtigt bin, habe ich meine Stimme anderweitig vergeben. Und dabei wird es auch f?r die Zukunft wohl bleiben.

Dennoch m?chte ich kurz ein letztes mal meine Tastatur bem?hen.
Seinerzeit hatte ich mich mit Ihnen in Verbindung gesetzt, da hinter unserem Haus (wie auch in unserem Viertel an sich) den B?umen sukzessive der Garaus gemacht wurde. Mittlerweile steht nur noch ein sp?rliches H?ufchen Rest. Die letzten Mohikaner sozusagen. Und selbst in der 6. Armee seinerzeit war die prozentuale ?berlebensquote wohl gr??er. Sie
sehen, die Analogien werden h?rter. So wie die Zeiten. Nun, auch heute sind hier die Motors?gen wieder am Werk ...

Das gesamte Landschaftsbild hat sich komplett gewandelt. Und nicht zum Besten.
Eine Antwort gab es seinerzeit von Ihnen auch. Es wurde darauf
verwiesen, da? es in M?nster kein Baumschutzgesetz g?be. That's it ... Well ...
Das war zwar sehr nett. Aber "nett" macht bekanntlich nur bedingt Politik. Und die Gr?nen, die ich urspr?nglich mal gew?hlt habe, h?tten sich mit "nett" auch nicht zufrieden gegeben. Wie gesagt, die Zeiten haben sich ge?ndert. Und in absehbarer Zeit wird sich auch die Masse nicht mehr mit "nett" zufrieden geben ...
Aber keine weiteren Analogien, wobei ich beim Ersch?ttern meines Sessels durch das Aufschlagen der B?ume wieder abdriften k?nnte. Aber wie gesagt, ich lasse es ....

Diese Mail bedarft KEINER Antwort, da ich an Nettigkeiten und Standarts keinerlei Interesse habe, so wie Sie meine Stimme ohnehin verloren haben. Also sparen Sie sich die Zeit. Denn: Steuergelder lassen sich sinnvoller verschwenden ...

Mit abschiedlichen Gr??en

Ulrich P. Hinz (Dichter, Musiker, Baumfreund)

Frankreich



Und wieder einmal machen die Franzosen es uns vor.
Wir haben Hartz4 und Agenda 2010, Schlimmerungen stehen kurz bevor, aber die Stra?en brennen in Paris. Wir lassen uns mal wieder zum Opfertisch f?hren. 1789 Frankreich; 1848 Deutschand (Kinderrevolution). Der Terror, der ab 1789 in Frankreich brannte, wird auch Europa mal wieder erreichen. Nur da? die Staatsm?chte diesmal besser gesch?tzt sein werden. Wir gehen einer neuen Armut entgegen. Die Gewalt wird mit Gewalt bek?mpft. Die Ursachen bleiben unangetastet ...

Denk ich an Deutschland

Und es muß nicht einmal Nacht sein. Nimm Deine schlimmsten Alpträume; wirf sie in einen Topf mit Deinen Lieblingsspeisen. Kräftig umrühren. 3 Teelöffel täglich. Doch vergiß nicht, daß die Verblödungsmaschinerie auf Hochtouren läuft. Sollten sich also leichte Realitätsverlusterscheinungen bemerkbar machen, erhöhe man die Dosis auf 4 Teelöffel, je nach Gemütslage kann auch noch weiter hochgeschraubt werden.

Und nicht vergessen: Wenn man denkt, es kann kaum schlimmer kommen ... Die Politiker werden es übertreffen!